Jubileusz 40 lat współpracy partnerskiej z Uniwersytetem w Gießen

40 Jahre Universitätspartnerschaft Gießen – Lodz

Jubiläumsfeier an der Universität Lodz – 22-köpfige Delegation der Justus-Liebig-Universität Gießen in Polen zu Gast

Vier Jahrzehnte wissenschaftlicher Austausch, gegenseitige Besuche, wechselseitige Impulse – und dies immer wieder auch unter schwierigen politischen Vorzeichen: Die Universitätspartnerschaft Gießen – Lodz steht auf einem breiten Fundament. Bis heute gilt die im Jahr 1978 besiegelte Partnerschaft der Justus-Liebig-Universität Gießen (JLU) mit der Universität Lodz als ein Musterbeispiel internationaler Hochschulkooperation und gelebter Völkerverständigung. Sie schließt beide großen Profilbereiche der JLU – die Kultur- und Lebenswissenschaften – mit ein und wird von fast allen Fachbereichen, dem Gießener Zentrum östliches Europa (GiZo) und der Arbeitsstelle Holocaustliteratur getragen. Gefördert wird die Universitätspartnerschaft im Ostpartnerschaftsprogramm des Deutschen Akademischen Austauschdienstes (DAAD).
Die Zahlen sprechen für sich: Allein im letzten Jahrzehnt haben im Rahmen der Partnerschaft mehr als 400 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler sowie fast 600 Studierende vom akademischen Austausch und der Zusammenarbeit beider Universitäten profitiert. Wie eng die wissenschaftlichen Bande zwischen beiden Universitäten bis heute sind, und welch bedeutsame Stellung Lodz allgemein im Rahmen der Internationalisierungsstrategie der JLU sowie speziell im Netzwerk der JLU-Partner im östlichen Europa einnimmt, wurde im Rahmen der Jubiläumsfeierlichkeiten in Lodz einmal mehr deutlich. Vor allem vor dem Hintergrund der aktuellen europapolitischen Entwicklungen, mit denen die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler in Polen sowie mittelbar auch die ihnen partnerschaftlich verbundenen deutschen Kolleginnen und Kollegen konfrontiert sind, kommt dem Besuch einer 22-köpfigen Gießener Delegation unter der Leitung von JLU-Präsident Prof. Dr. Joybrato Mukherjee vom 21. bis 23. Mai eine wichtige Bedeutung zu.
Prof. Mukherjee betonte: „In den vergangenen Jahrzehnten sind Polen und Deutschland nicht nur in den Bereichen Bildung und Forschung zu starken Partnern geworden. Unter den gegenwärtigen politischen Vorzeichen ist der Beitrag der Hochschulbildung zur gesellschaftlichen Entwicklung und zum europäischen Zusammenhalt wichtiger denn je. Wir sind davon überzeugt, dass wir als Hochschulen einen Ort für den wissenschaftlichen Austausch und die intellektuelle Auseinandersetzung mit den Fragen und Problemen unserer Zeit bieten müssen, um somit einen aktiven Beitrag zur Gestaltung Europas zu leisten. Was Lodz und Gießen seit 1978 leben, ist nichts anderes als das gemeinsame Selbstverständnis einer europäischen Universität.“  Er versicherte, dass man sich auch weiterhin gemeinsam mit der Universität Lodz engagieren wolle, um durch die vielfältigen Aktivitäten den gegenseitigen gesellschaftlichen Austausch und europäischen Zusammenhalt zu stärken.
Höhepunkte der Jubiläumsfeierlichkeiten in Lodz waren am 22. Mai ein interdisziplinäres wissenschaftliches Kolloquium zum Thema „Wissenschaftskooperation der Universitäten Lodz  – Gießen: Projekte und Perspektiven” mit anschließender Podiumsdiskussion zu Perspektiven für die Umsetzung weiterer gemeinsamer Projekte sowie eine Feierstunde in der großen Senatsversammlung am Folgetag.
Im feierlichen Rahmen erhielt die Germanistin Prof. Dr. Joanna Jablkowska, Professorin für deutschsprachige Literatur und Kultur und ehemalige Prorektorin der Universität Lodz, von JLU-Präsident Prof. Mukherjee die Justus-Liebig-Medaille der JLU überreicht. Die Wissenschaftlerin hat sich – sowohl in ihrem Fachgebiet als auch jahrelang als Mitglied der Hochschulleitung aus fächerübergreifender Perspektive – in besonderer Weise um die Förderung und Weiterentwicklung der Kooperationsbeziehungen beider Universitäten verdient gemacht. Für ihr Engagement zur Stärkung der deutsch-polnischen Beziehungen   wurde ihr kürzlich von Bundespräsident Dr. Frank Walter Steinmeier das Verdienstkreuz
1. Klasse des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland verliehen.
Auch Gießener Delegationsmitglieder wurden geehrt: Für ihre herausragenden Leistungen und ihre persönlichen Bemühungen um die langjährige Partnerschaft zeichnete der Rektor der Universität Lodz Prof. Antoni Różalski JLU-Präsident Prof. Mukherjee, den Wirtschaftswissenschaftler Prof. em. Dr. Dr. h.c. Armin Bohnet, erster JLU-Partnerschaftsbeauftragter für Lodz, und den Politikwissenschaftler Prof. i.R. Dr. Dieter Eißel, der schon Mitte der 1970-er Jahre maßgebende Vorarbeit zur Knüpfung der offiziellen Kontakte geleistet hatte, mit der Medaille „Universitatis Lodziensis Amico“ aus.
Der JLU-Delegation gehörten außerdem die Leiterin des Akademischen Auslandsamtes Julia Volz, der jetzige Partnerschaftsbeauftragte Prof. Dr. Hans-Jürgen Bömelburg (Osteuropäische Geschichte), Prof. Dr. Monika Wingender (Gießener Zentrum Östliches Europa und langjährige Partnerschaftsbeauftragte bis 2016) sowie Vertreterinnen und Vertreter fast aller Fachbereiche der JLU an, die bilateral in Projekte mit der Universität Lodz eingebunden sind.

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